DRK Friedrichsdorf trainiert für einen „Blackout“
Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, wie abhängig sie von elektrischem Strom sind. Die große Schneekatastrophe im Münsterland von 2005 und zahlreiche andere Stromausfälle danach machen dies aber immer wieder deutlich. Fast jede Heizung funktioniert heute nur noch, wenn Elektrizität vorhanden ist. Bei einem Ausfall plötzlich im Dunkeln zu stehen, ist für viele schon eine Herausforderung. Wenn dann auch noch bei Minusgraden nicht mehr geheizt werden kann, verschärft sich die Situation schnell. Auch die Infrastruktur wie Straßenverkehr oder S-Bahn könnten beeinträchtigt werden, erklärt Marius Bergermann, stellvertretender Zugführer und Übungsleiter. Bei einem flächendeckenden Ausfall müsste daher auch das Rote Kreuz in der Hugenottenstadt präsent sein: „wenn es auch sicherlich nicht immer so schlimm kommen muss wie 2005, als größte Hilfsorganisation in Friedrichsdorf wären wir natürlich eine Anlaufstelle für viele Betroffene“, stellt Bergermann fest.
Daher trainierte das DRK am Samstagabend, wie seine Einsatzkräfte auf eine solche Situation reagieren können. Angenommen wurde, dass die DRK Unterkunft in Burgholzhausen unter Leitung des Zugführers Torsten Michels als kurzfristige Anlaufstelle für Menschen eingerichtet werden soll, die zuhause keinen Strom und keine Heizung mehr haben. Von hier aus könnten die Menschen dann bei Bedarf in größere Unterkünfte gefahren werden. Zur Vorbereitung wurden schon in der Vorwoche die Heizkörper herunter gedreht. „Natürlich würde auch unsere Heizung zunächst ausfallen. Zusammen mit der einbrechenden Dunkelheit und den kalten Außentemperaturen ergibt sich daher ein möglichst realistisches Szenario für die Helfer“, erklärt Michels.
Zuerst gilt es also, wieder eine Strom- und Wärmeversorgung für das Gebäude herzustellen. Andreas Opp, Leiter der Technikgruppe, setzt dazu mit seinen Helfern Stromgeneratoren, Lichtmasten und große Zeltheizungen ein. „Theoretisch könnten wir mit unserem Strom auch die reguläre Heizungsanlage wieder in Betrieb nehmen“, erklärt er, „uns geht es aber auch darum, möglichst flexibel zu bleiben, da bieten sich die mobilen Geräte einfach an“. Während die technischen Kräfte noch Kabel verlegen, bespricht Nicole Michels mit den Helfern ihrer Betreuungsgruppe bereits die Einrichtung der Unterkunft: „Die Menschen wollen oder können natürlich nicht stehend warten und sollen bei uns auch eine kleine warme Mahlzeit bekommen. Wir müssen also überlegen, wie wir für möglichst viele Leute einen guten Platz schaffen können“. Gleichzeitig bereitet die Einsatzleitung unter Zugführer Michels die Registrierung der Betroffenen vor und lässt einen Rettungswagen bereitstellen – sicher ist sicher.
Heute werden allerdings keine Hilfesuchenden kommen: „es geht uns rein um interne Abläufe und unsere notwendigen Vorbereitungen“, erläutert der Zugführer. Als die Unterkunft wieder hell und wohlig warm ist, kommt auch schon die warme Suppe aus der Katastrophenschutzküche des DRK in Seulberg an. Diese Stärkung ist den Einsatzkräften natürlich willkommen und schmeckt nach getaner Arbeit umso besser.
Aus Sicht von Torsten Michels und Marius Bergermann war die Übung dank des Einsatzes der Helfer ein voller Erfolg. „Es zeigt sich vor allem wieder, dass wir alle Hand in Hand arbeiten müssen und können“, fasst Michels zusammen: „wir haben natürlich auch den bekannten Rettungswagen, das Rote Kreuz ist aber viel mehr als das. Die Einsatzeinheit des DRK Friedrichsdorf leistet mit Führung, Sanitätsdienst, Betreuung, Verpflegung und Technik umfassende Hilfe – und all das vollständig ehrenamtlich. Wir sind also auf Freiwillige angewiesen und freuen uns immer über Menschen, die Lust auf eine spannende Mitarbeit bei uns haben.“
Viele Fotos zur Übung gibt es unter www.facebook.com/DRKFriedrichsdorf |